Das
Tierschutzgesetz sagt in seinem Paragraphen 11b
(Qualzucht-Paragraph):
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"Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten,
wenn der Züchter damit rechnen muss, dass bei
der Nachzucht aufgrund vererbter Merkmale
Körperteile oder Organe für den artgemäßen
Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet
sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder
Schäden auftreten." |
Es mag bei
den nicht ganz so gravierenden Merkmalen teils schwierig
sein, zu sagen, welche Merkmale für den Hund Qual
bedeuten. Jedoch, auch ein kleines Leid ist eine
Qual. Viele kleine Leiden bei einem einzelnen Mops
können die Qual zu einer großen machen. Im
Zweifelsfall sollte darum immer zum Wohle des Tieres
entschieden werden.
Verschiedentlich gibt es Versuche, dem Mops wieder zu
einer besseren Lebenslage zu verhelfen. Mancherorts kann
man erfahren, eine solche Verbesserung sei auch aus der
Rasse selbst heraus möglich, indem man auf die Möpse
selektiere, die die gewünschten Merkmale wie längere
Schnauze, kleinere Augen, längere Beine und einer
weniger plumpen Figur noch zeigen. Es wird des öfteren
betont, mit Zeit und Geduld werde man wieder zu
Möpsen kommen, wie es sie in der Vergangenheit gegeben
habe. Da stellt sich aber die Frage, wie das Leid der
Nachzuchten, die dem angestrebten Zuchtziel nicht
entsprechen, auf diesem Weg zu verantworten ist? Das
mögliche Leid dieser Welpen nimmt man weiterhin in Kauf.
Wir halten diesen Weg für fatal. Nach den Lehren der
Populationsgenetik führen eine zu geringe Population an
Zuchttieren, die zu oft betriebenen Zuchttechniken wie
Eng- und Inzucht und der häufige Einsatz einzelner
Deckrüden zu einer Minimierung des Genpools. Dazu kommt
bei Verbesserungsversuchen innerhalb der Rasse
weiterer Genverlust durch die Selektion. Ein enger
Genpool wiederum führt zu vermehrtem Erscheinen von
Erbkrankheiten sowie zu einer sich
verschlechternden Immunsituation, zu Fitnessverlust
sowie zum Verlust von überlebenswichtigen Fähigkeiten
einer Rasse bei Fortpflanzung und Welpenaufzucht.
Es gibt jedoch eine neue - eigentlich alte -
Zuchtmaßnahme, nämlich die Auszucht auf eine passende
Fremdrasse und darauf folgende Rückzucht zum Mops.
Man muss da
ansetzen, wo es bekannte Kynologen schon seit zehn
Jahren und länger fordern und wie es die
Populationsgenetik beschreibt: Der Genpool der Rasse
Mops braucht dringend Erweiterung. Ein solches Boosten
des Genpools kann man sehr wirkungsvoll über
Auszuchtmaßnahmen erreichen - zum Wohle des einzelnen
Hundes wie der ganzen Rasse. Diese führen schnell und
sicher zu einer Verbesserung der Gesamtsituation:
Gesundheit, Fitness, Fortpflanzungs- und
Aufzuchtverhalten, Minderung übertriebener
rassetypischer Merkmale - all das wird positiv
beeinflusst.
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Betrachtet man Mopsbilder aus der Zeit vor etwa 100
bis 150 Jahren, dann fällt auf, dass sich diese
Möpse in ihrer Erscheinung recht unterschiedlich
präsentierten. Das spricht für die genetische
Vielfalt, die damals noch in der Rasse Mops
geherrscht hat und die die Basis für gesunde, fitte
und instinktsichere Hunde war.
Mit dem Russell Terrier haben wir einen von der
Größe und Statur her passenden Hund, der lange Zeit
als Arbeitshund gezüchtet worden ist. Wichtig waren
hinsichtlich der züchterischen Auslese vor allem
Gesundheit und Fitness, damit diese Hunde
arbeitsfähig waren. Das Aussehen durfte in einem
weiteren Rahmen variieren und so blieb der
genetische Reichtum dieser Hunde erhalten. Von
einem genetisch reichen Hund wie dem Russell Terrier
kann eine verarmte Rasse wie der Mops einen großen
Genvorteil und damit einen deutlichen Schub in
Richtung Gesundheit und Beschwerdefreiheit erwarten.
Oft wird uns vorgehalten, durch diese
Auszuchtmaßnahme würde das Wesen des Mopses verloren
gehen. Da fragen wir uns, was ist denn dieser viel
zitierte einmalige Mopscharakter? Ist nicht jeder
Mops ein Einzelwesen mit seinem eigenen Charakter,
geprägt auch von Aufzucht und Haltung?!
Der Retro-Mops zeigt sich als fröhlicher und
freundlicher, anhänglicher und verschmuster,
aufmerksamer und sensibler Familienhund.
Außer diesen sehr schönen Wesenszügen freuen wir
uns, dass der Retro-Mops sehr gut atmen kann. Seine
Augen, nicht mehr so groß und gut in die Augenhöhlen
eingebettet, zudem geschützt durch sein Schnäuzchen,
sind viel besser vor Verletzungen oder Reizungen
geschützt. Die Muskulatur und das Bindegewebe des
Retro-Mopses zeigen sich insgesamt fester, was
erwarten lässt, dass diese Hunde deutlich weniger
Beschwerden mit dem Bewegungsapparat haben werden.
Die nicht mehr ganz so stämmige Statur erlaubt den
Hunden wieder oder besser, sich selbst zu reinigen.
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Unser
Ziel ist, den Mops über die Einzucht des Russell
Terriers wieder auf seine vor etwa 150 Jahren noch
oft gesehene Art zurück zu züchten. Der Vergleich
der oben und unten gezeigten Bilder von Retro-Möpsen
mit den Bildern von Möpsen aus alter Zeit zeigt eine
deutliche Ähnlichkeit.
Um
unsere durch den Russell Terrier-Anteil genetisch
aufgewerteten Mopshunde klar als solche zu
deklarieren, nennen wir sie Retro-Mops.
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