Warum Retro-Mops?
 
Neben einer ganzen Menge von negativen Gesundheitsmerkmalen ist
das größte Problem des Mopses  seine Rundköpfigkeit. Nicht bei jedem
einzelnen Mops mag die extreme Schädelform zu einem großen Leid
führen. Aber ist nicht ein bisschen Leid schon zuviel?! Sind nicht die von

Leid betroffenen Möpse schon viel zu viele?!

 
Das Tierschutzgesetz sagt in seinem Paragraphen 11b (Qualzucht-Paragraph):
 
"Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten, wenn der Züchter damit rechnen muss, dass bei der Nachzucht aufgrund vererbter Merkmale Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten."

Es mag bei den nicht ganz so gravierenden Merkmalen teils schwierig sein, zu sagen, welche Merkmale für den Hund Qual bedeuten.  Jedoch, auch ein kleines Leid ist eine Qual. Viele kleine Leiden bei einem einzelnen Mops können die Qual  zu einer großen machen. Im Zweifelsfall sollte darum immer zum Wohle des Tieres entschieden werden.

Verschiedentlich gibt es Versuche, dem Mops wieder zu einer besseren Lebenslage zu verhelfen. Mancherorts kann man erfahren, eine solche Verbesserung sei auch aus der Rasse selbst heraus möglich, indem man auf die Möpse selektiere, die die gewünschten Merkmale wie längere Schnauze, kleinere Augen, längere Beine und einer weniger plumpen Figur noch zeigen. Es wird des öfteren betont, mit Zeit und Geduld werde man  wieder zu Möpsen kommen, wie es sie in der Vergangenheit gegeben habe. Da stellt sich aber die Frage, wie das Leid der Nachzuchten, die dem angestrebten Zuchtziel nicht  entsprechen, auf diesem Weg zu verantworten ist? Das mögliche Leid dieser Welpen nimmt man weiterhin in Kauf.

Wir halten diesen Weg für fatal. Nach den Lehren der Populationsgenetik führen eine zu geringe Population an Zuchttieren, die zu oft betriebenen Zuchttechniken wie Eng- und Inzucht und der häufige Einsatz einzelner Deckrüden zu einer Minimierung des Genpools. Dazu kommt bei Verbesserungsversuchen innerhalb der Rasse weiterer Genverlust durch die Selektion. Ein enger Genpool wiederum führt zu vermehrtem Erscheinen von Erbkrankheiten sowie  zu einer sich verschlechternden Immunsituation, zu Fitnessverlust sowie zum Verlust von überlebenswichtigen Fähigkeiten einer Rasse bei Fortpflanzung und Welpenaufzucht.

Es gibt jedoch eine neue - eigentlich alte - Zuchtmaßnahme, nämlich die Auszucht auf eine passende Fremdrasse und darauf folgende Rückzucht zum Mops.
Man muss da ansetzen, wo es bekannte Kynologen schon seit zehn Jahren und länger fordern und wie es die Populationsgenetik beschreibt: Der Genpool der Rasse Mops braucht dringend Erweiterung. Ein solches Boosten des Genpools kann man sehr wirkungsvoll über Auszuchtmaßnahmen erreichen - zum Wohle des einzelnen Hundes wie der ganzen Rasse. Diese führen schnell und sicher zu einer Verbesserung der Gesamtsituation: Gesundheit, Fitness, Fortpflanzungs- und Aufzuchtverhalten, Minderung übertriebener rassetypischer Merkmale - all das wird positiv beeinflusst.
 

Betrachtet man Mopsbilder aus der Zeit vor etwa 100 bis 150 Jahren, dann fällt auf, dass sich diese Möpse in ihrer Erscheinung recht unterschiedlich präsentierten.  Das spricht für die genetische Vielfalt, die damals noch in der Rasse Mops geherrscht hat und die die Basis für gesunde, fitte und instinktsichere Hunde war.

Mit dem Russell Terrier haben wir einen von der Größe und Statur her passenden Hund, der lange Zeit als Arbeitshund gezüchtet worden ist. Wichtig waren hinsichtlich der züchterischen Auslese vor allem Gesundheit und Fitness, damit diese Hunde arbeitsfähig waren. Das Aussehen durfte in einem weiteren Rahmen variieren und so blieb der genetische Reichtum dieser Hunde erhalten.  Von einem genetisch reichen Hund wie dem Russell Terrier kann eine verarmte Rasse wie der Mops einen großen Genvorteil und damit einen deutlichen Schub in Richtung Gesundheit und Beschwerdefreiheit erwarten.

Oft wird uns vorgehalten, durch diese Auszuchtmaßnahme würde das Wesen des Mopses verloren gehen. Da fragen wir uns, was ist denn dieser viel zitierte einmalige Mopscharakter? Ist nicht jeder Mops ein Einzelwesen mit seinem eigenen Charakter, geprägt auch von Aufzucht und Haltung?!
Der Retro-Mops zeigt sich als fröhlicher und freundlicher, anhänglicher und verschmuster, aufmerksamer und sensibler Familienhund.
Außer diesen sehr schönen Wesenszügen freuen wir uns, dass der Retro-Mops sehr gut atmen kann. Seine Augen, nicht mehr so groß und gut in die Augenhöhlen eingebettet, zudem geschützt durch sein Schnäuzchen, sind viel besser vor Verletzungen oder Reizungen geschützt. Die Muskulatur und das Bindegewebe des Retro-Mopses zeigen sich insgesamt fester, was erwarten lässt, dass diese Hunde deutlich weniger Beschwerden mit dem Bewegungsapparat haben werden. Die nicht mehr ganz so stämmige Statur erlaubt den Hunden wieder oder besser, sich selbst zu reinigen.

Unser Ziel ist, den Mops über die Einzucht des Russell Terriers wieder auf seine vor etwa 150 Jahren noch oft gesehene Art zurück zu züchten. Der Vergleich der oben und unten gezeigten Bilder von Retro-Möpsen mit den Bildern von Möpsen aus alter Zeit zeigt eine deutliche Ähnlichkeit.

Um unsere durch den Russell Terrier-Anteil genetisch aufgewerteten Mopshunde klar als solche zu deklarieren, nennen wir sie Retro-Mops.