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Um das Wesen
von Retro-Möpsen zu beschreiben, möchte ich vor allem mein
eigenes Erleben mit Möpsen und Mopshunden mit Fremdanteil
erzählen.
Im Alter von 8 Wochen
ist Piroschka zu uns gekommen.
Sie war ein sehr aufgewecktes Welpenmädchen.
Schnell hat sie - mit Hilfe von Belohnungsleckerlis 'Sitz' und
'Komm' verstanden und
erlernt. Ich konnte sie vom ersten Tag an ohne Leine laufen
lassen, wo dies möglich ist.
Piroschka hatte für ihr Alter eine geradezu bestechende Ausdauer.
Und wenn der Schabernack aus ihren Augen blitzte, hätte man
sie 'fressen' können.
Dabei war Piroschka mehr auf uns Menschen bezogen als auf ihre
vierbeinigen Rudelgefährten. Im Zweifelsfalle rannte sie zu
mir (und den Leckerlis) zurück anstatt den anderen Hunden
hinterher zu rennen.
Sehr gerne kuschelte (und kuschelt) sie sich an uns Menschen wie auch
an die anderen Hunde bei uns an.
Wir haben sehr viel Freude mit ihr und freuen uns jeden Tag,
sie bei uns zu haben.
Verhaltensunterschiede?
Also, DIE großen
Unterschiede konnte ich bis jetzt nicht feststellen. Am
auffälligsten ist, dass Piroschka eine bessere "Nase" hat, will
sagen, sie kann durch die längeren Nasengänge, wo ja denn
auch mehr Geruchsnerven angesiedelt sein können, besser
riechen kann. Manchmal ist es sogar schon so, dass sich die
Rüden nach Piroschka's Nase richten. So in der Richtung, wollen
doch mal sehen, was sie da wieder Interessantes entdeckt
hat.
Mopswelpen gelten ja als sehr lebendig, lustig und
voller "dummer Ideen". Mit ihrem Temperament kompensieren
sie sicherlich in jungen Jahren auch schon mal
Mopsbeschwerden, die sie möglicherweise haben. Im Alter von
so circa zwei Jahren werden die Möpse für gewöhnlich
ruhiger, was in der Art der Molosser liegt.
Trotz großer körperlicher Fitness ist Piroschka nun als
erwachsene Hündin ebenso ruhig und angenehm in ihrem Wesen
wie unsere Möpse ohne Fremdanteil.
Der Mops Sparky hat als Welpe noch nicht bei uns gelebt. Darum
kann ich bei ihm hinsichtlich des Verhaltens als Welpe keine Vergleiche anstellen.
Als erwachsener Hund ist Sparky Piroschka um Welten
unterlegen, was seine körperlichen - und auch geistigen
Möglichkeiten betrifft.
Unser Mopswelpe Attaché war auch ausdauernd. Allerdings
habe ich den Eindruck, dass Piroschka schon als Welpe ehrgeiziger war. Während
Attaché die Tragepausen als Kleinwelpe zumeist akzeptiert hat,
war Piroschka in diesem Alter kaum auf dem Arm zu halten.
Attaché war fordernder im Spielen. Er brachte die Spielis
unermüdlich zurück. Auch kam er abends an und forderte seine
Spielzeit. Piroschka wartete da eher ab, bis ich ihr Spielen
angeboten habe.
Piri ist genauso
anschmiegsam und anhänglich wie Attaché und Sparky. Und genauso
genießt sie ihre Streicheleinheiten. Auch schmiegt sie sich
zum Schlafen sehr gerne an Sparky und Attaché an - das
sog. Mopsstapeln.
Bei Anweisungen wie
'Sitz' habe ich den Eindruck, dass Piroschka das, was sitzt, wie
automatisch ausführt. Die Möpse versuchen da immer ein
wenig, ihr Phlegma auszuleben. So ungefähr: Besteht Fraule
wirklich darauf? Naja, dann mach' ma's halt.
Wenn sie allerdings etwas 'in der Nase hat', kann auch Piroschka
ihre Ohren mal auf Durchzug stellen.
Wenn die Möpse etwas anbellen 'müssen', hält sich Piroschka
eher zurück. Als ganz Kleine ging sie sogar auf Rückzug.
Wie Attaché hat sich Piroschka sehr schnell an unseren Rhythmus und
unsere Gewohnheiten angepasst. So ist auch morgens nicht
sofort 'Highlife', sondern sie schlief mit den Großen nach dem
ersten Gang in den Garten weiter, bis es das Fressen
gab. Diese Unkompliziertheit dürfte aber zum Großteil daran liegen, dass es
einfach leichter für einen Welpen ist, sich einzugewöhnen,
wenn noch andere Hunde da sind, an denen sich ein Welpe
orientieren kann.
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Mit Vroni war
alles noch einfacher. Sie blieb ja aus Piroschka's
erstem Wurf bei uns und musste sich deshalb nicht
umgewöhnen. Vroni ist eine Hündin, die sich absolut an die
jeweilige Situation anpasst. Möchte man gerne mit ihr
Spielen, ist sie freudig dabei. Möchte man sie streicheln,
ist sie anschmiegsam. Ich habe noch nie einen Hund erlebt,
der derart hingebungsvoll seinen Kopf an seine Menschen
kuschelt wie Vroni. Hat man aber mal keine Zeit, hält
sich Vroni diskret zurück.
Mit den anderen Hunden in unserem Rudel hat sie nicht die
geringsten Schwierigkeiten. Durch ihr korrekte Art kann sie
sich vielleicht sogar mancherlei herausnehmen, was dem
jüngsten Rudelmitglied ohne diese Eigenschaft wahrscheinlich
vehement untersagt werden würde.
Fremden Hunden gegenüber zeigt sie sich höflich, aber
durchaus selbstbewusst. Gleichaltrigen Hündinnen gegenüber
behauptet sie souverän ihre Stellung.
Den Welpen aus Piroschka's zweitem Wurf gegenüber hat sie
sich als zuverlässige Unterstützung der Mutterhündin
gezeigt.

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Insgesamt erlebe ich die Mopshunde mit
Fremdanteil als äußerst angenehm. Sie
sind aufmerksame Hunde mit dem
ausgesprochenen Willen, ihren Menschen
zu gefallen. Die Erziehung gestaltet
sich mit Geduld, Verstand und
Souveränität des Hundehalters
völlig unkompliziert.
Das Zusammenleben mit anderen Tieren ist
sehr gut möglich. Welpen aus meinem Haus
wohnen bei Katzen, Kaninchen,
Meerschweinchen und natürlich auch
Hunden.
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Ich
denke, was das unvergleichliche
Mopswesen sein soll, liegt in einem
selber und ist abhängig davon, was man
von seinem Mops erwartet.
In den Anfängen meiner 'Mopszeit'
hatten wir den Vampy (Mops-Pekinese-Mix) und
waren (sind natürlich immer noch, aber
ich erzähle ja von der Entwicklung in
der Vergangenheit) überaus begeistert
von seiner Art, seinem Wesen, seinem
Aussehen etc.
Wir bekamen Sparky dazu mit seinem
absolut mopsigen Aussehen und seinem
manchmal etwas unhundlichen Verhalten.
Und ich war Mopsfan mit Leib (fast hätte
ich geschrieben 'Leid') und Seele.
Aber Sparky's Befinden verschlechterte
sich immer weiter. Ich begann mich
äußerst unwohl zu fühlen in meinem
Abwiegeln (ja, ich tat es früher auch)
der Sparky und auch Vampy auferlegten
Einschränkungen.
Mit Attaché bekam ich einen Mops
gemäßigter Art mit deutlich weniger
Einschränkungen ... Damit begann es,
dass sich meine Ansprüche an den Mops
änderten.
Im Laufe der Zeit kam ich dahin, wo ich
heute stehe. Mit Piroschka und Vroni
habe ich zwei Mopshunde, die meinen
Ansprüchen (die sich entwickelt haben) an
einen Mops
entsprechen. Ich will nicht mehr
pauschal einen Mops, ich will Möpse, die
auch Hunde sein können und die die Möglichkeit
haben, unbeschwert ihr Hundeleben zu
leben.
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