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in 2011
   
Gedanken zum Mops

Ich kann mir, nachdem ich seit meiner Kindheit mein Leben mit Hunden teile und nun seit über fünfzehn Jahren eigene Hunde habe, ein Leben ohne Hunde nicht vorstellen. Der Mops ist für mich eine wunderbare Hunderasse. Er wäre der perfekte Gesellschaftshund ... wenn diese Rasse nicht unter so vielen Problemen zu leiden hätte.

Für viele gilt ja der Satz: Einmal Mops, immer Mops.
Leider kann ich für mich diesem Satz nicht einfach leichten Herzens zustimmen. Nur dann, wenn ich bei einem Züchter, von dem ich überzeugt bin, einen Mopswelpen kaufen könnte, würde ich das auch tun. Mir scheint, dass eine der wichtigsten Voraussetzungen bei einem Züchter Ehrlichkeit ist. Leider kann man erleben, dass von Einzelnen hinsichtlich Misständen und Fehlern gelogen und vertuscht wird und auch dass Selbstkritik fehlt. Fundiertes Zucht- und Rassewissen scheint auch nicht jeder Züchter  zu haben. Desweiteren sollte es natürlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass der Züchter das Einzelwesen Welpe liebe- und verantwortungsvoll versorgt, um ihm einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Und im Hintergrund sollte immer das Bedürfnis des Züchters stehen, der Rasse Mops zur Verbesserung zu verhelfen.
Denn leider ist ja unbestritten, dass es beim Mops viel zu viele rassetypische Krankheiten und Probleme gibt.

Es mag für Welpeninteressenten eine gewisse Orientierungs- und Entscheidungshilfe sein, wenn ein Züchter in einem Verein ist. Für einen Hund ist ein schriftlicher Abstammungsnachweis dann von Bedeutung, wenn Zuchtabsichten bestehen. Solche 'Vereinspapiere' sind für keinen einzigen Hund ein Schutz vor rassetypischen Krankheiten und Problemen und sie garantieren auch kein fundiertes Wissen des Züchters.

Meiner Meinung nach ist das Vereinswesen mit seinen Champions,  die immer und immer wieder zum Belegen der Hündinnen eingesetzt werden, dafür verantwortlich, dass der Mops (wie auch andere Rassen) nun genetisch verarmt ist. Gerade der Vereinszüchterei mit den geschlossenen Zuchtbüchern gebe ich die Verantwortung für die große Krankheitsneigung. Denn meines Erachtens verringert sich durch die  willkürliche, oft Moden und Launen folgende Beschränkung der zur Zucht eingesetzten Hunde die Genvielfalt. Auch das zu starke Selektieren auf einzelne Aussehens- oder Gesundheitsmerkmale kann dazu führen.

Ich erwarte von einem Züchter große Eigenverantwortlichkeit bei der Auswahl der Elterntiere. Der Züchter soll alle Merkmale (Gesundheit, Instinktsicherheit, Wesen, Fitness, Aussehen und besonders rassetypische Probleme) beurteilen und abwägen. Und danach eine kritische Entscheidung treffen. Er trägt eine große Verantwortung - sowohl für die Elterntiere wie auch für die Nachzuchten. Und diese Verantwortung kann und darf er weder an einen Verein noch an Ausstellungsbeurteilungen abgeben. Nicht einmal auf tierärztliche Untersuchungsbescheinigungen ist hundertprozentig Verlass. Denn zu dem Zeitpunkt, wo sie ausgestellt werden, ist der Hund meistens noch in einem Alter, in dem sich Erbkrankheiten oder Rasseprobleme noch nicht vollständig ausgewachsen haben.

Dem Mopskäufer kommt ebenfalls Verantwortung zu. Auch er sollte sich nicht pauschal auf Verein, Ausstellungsbeurteilungen oder tierärztliche Atteste verlassen. Die Käuferverantwortung verlangt, sich  genau über die Rasse, die typischen Rasseprobleme, den Züchter, dessen Zuchttiere und Zuchtverhältnisse zu informieren, um zu einer eigenständigen Beurteilung zu finden. Mit ihrem Kaufverhalten nehmen die Mopsinteressenten Einfluss auf die Züchter.
Wir alle – Halter, Züchter und Liebhaber – sind dem Mops verpflichtet.
Der gesamten Rasse genauso wie dem Einzeltier.
 
 

Ein paar weitere Gedanken

Leider ist es unbestritten, dass viele Möpse Probleme haben. Einen Mops zu bekommen, der unter keinerlei rassetypischen Beschwerden zu leiden hat, ist bedauerlicherweise nicht selbstverständlich. Will man also einem Mops ein Zuhause geben, muss man auch bereit sein, diesen im Falle eines Falles bestmöglich zu versorgen und ihn mit Beeinträchtigungen, die nicht zu beheben sind, anzunehmen, wie er ist.

Eine Besonderheit des Mopses, die nicht unbedingt problematisch ist, ist seine Eigenheit, ständig Geräusche zu produzieren.  Beim Atmen, beim Schlafen, beim Spielen, vor Aufregung etc. Der eine weniger, der andere mehr. Ich finde diese Geräusche an sich nicht störend. Wenn ich aber an die Anormalität der Atemwege denke, durch die diese Geräusche hervorrufen werden und weiter an die Beschwerden und Leiden, die aus diesen Anormalien häufig folgen, dann gefallen mir diese Mopsgeräusche nicht.  Wer sich einen Hund wünscht, der geräuschlos atmet, für den ist ein Mops sicherlich nicht die richtige Hunderasse.

Inzwischen bin ich dahin gekommen, meine Liebe zur Rasse Mops zu beweisen, indem ich die rosarote Brille absetzte und aufgehört habe, kritiklos alte Lobeshymnen auf diese Rasse mitzusingen.
Ich wünschte mir, jeder Mopsfan würde für die geliebten Hunde nachdrücklich Gesundheit und Beschwerdefreiheit einfordern und diesem Wunsch mit seinem eigenen Verhalten auch Nachdruck verleihen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst zubereitetes Futter gekauften Fertigprodukten vorzuziehen ist. Da weiß ich, was meine Hunde fressen. Ich habe auch festgestellt, dass die Möpse mit Frischfutter weit weniger haaren und viel besser riechen. Pupse kennen wir kaum. Bei Vampy ist sogar im Laufe der Zeit der Zahnstein beträchtlich zurück gegangen.

Der Halter muss unbedingt darauf achten, dass sein Mops schlank ist und bleibt. Denn das Fett sitzt ja nicht nur außen auf den Rippen, sondern auch am Herz und an der Lunge und erschwert dadurch die Atmung. Ich kann nur raten, ausgiebige und regelmäßige Spaziergänge mit dem Mops zu machen. Denn die Möpse lieben die Gassirunden und sind in der Lage, mehrere Stunden zu wandern, so sie denn  Bewegung gewohnt sind. Und dann schlagen auch schöne Futterportionen nicht an.
 
 
 
 
 
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